Die Wildkräuter- und Wildpflanzenküche verbindet den Genuss besonderer Aromen mit gesunden Inhaltsstoffen, die wir in dieser Form nur in der Natur finden. Je nach Jahreszeit kommen die unterschiedlichsten Pflanzen auf den Tisch – sie versorgen unseren Organismus gleichzeitig mit wichtigen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen.

... Gebackene Klettenwurzeln, Vogelmierebrötchen, Gundelrebetorte, Profiteroles mit Mädesüß-Füllung, Met nach keltischem Rezept ...

Die Liste der Köstlichkeiten aus Wildpflanzen könnte man endlos fortsetzen. Wir werden uns im Laufe des Jahres gemeinsam durch diese feinen Dinge kosten - ich liefere dafür die Rezepte!

Guten Appetit und viel Spaß beim Kochen! Alle Rezepte nach Jahreszeit

Neueste Rezepte

Schlehensaft – Lieblingsgetränk dieses Herbstes Oktober

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

2 kg Schlehen
2 ½l Wasser
200 g Rohrzucker
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Schlehen sind die köstlichsten Wildfrüchte, die ich kenne! Ihr Geschmack ist einzigartig: intensiv, fruchtig, säuerlich, gleichzeitig süß, hinterlassen sie ein leicht pelziges Gefühl auf der Zunge … den Rest kann man nicht beschreiben!

Jeder Herbst braucht seinen Lieblingssaft – und somit auch seinen Lieblingsaperitif! Und heuer ist es eben der Schlehensaft, der es mir sehr angetan hat. Ich mache jedes Jahr zumindest einige Fläschchen und bunkere sie für besondere Anlässe! Schlehensaft wird denkbar einfach hergestellt, man muss sich nur einige Tage gedulden, bis man das köstliche Ergebnis genießen kann:

Die gewaschenen Schlehen werden in einem weiten Topf mit dem kochenden Wasser übergossen und zugedeckt für 24 Stunden stehen gelassen. Danach seiht man die Flüssigkeit in einen anderen Topf ab und kocht das gewonnene Schlehenwasser kurz auf, um es dann wieder über die Schlehen zu gießen. Wieder lässt man die Schlehen samt Saft zugedeckt für 24 Stunden stehen und wiederholt diesen Vorgang noch zweimal. Nach vier Tagen seiht man die Flüsigkeit ein letztes Mal ab und kocht sie mit dem Zucker für einige Minuten auf, bis sich der beim Kochen entstehende Schaum verflüchtigt hat. Zuletzt seiht man den Saft in sterile Flaschen und verschließt sie.

Schlehensaft ist ein herrliches Getränk, das auch bei Erkältungen oder nach Krankheiten hilft, unser Immunsystem wieder zu Kräften kommen zu lassen. Abgesehen davon ist er, gemischt mit Sekt, ein großartiger Herbstaperitif, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Oft liest man, man könne Schlehen im November ernten – das war vielleicht einmal so. Ich habe heuer schon im August erste reife, süße Schlehen gepflückt. Aufgrund des trockenen Sommers ist die Schlehenernte mancherorts recht dürftig gewesen. Gottseidank habe ich einige Schlehensträucher gefunden, die blau von herrlichen großen Früchten waren. Man sagt auch, dass Schlehen einen ordentlichen Frost abbekommen sollten, damit sie ihre Bitterkeit und das für sie charakteristische pelzige Gefühl, dass sie am Gaumen hinterlassen, verlieren. Auch das ist heuer nicht nötig, aufgrund der intensiven Sommerhitze haben sie schon am Strauch genug Süße. Wer noch Schlehen sammeln möchte, sollte sich bald aufmachen. In Hecken, lichten Laubwäldern, trockenen Flusssäumen, an Feldrainen und auf Böschungen findet man sie in unseren Breiten häufig bis über 1000 m Höhe.

Nelkenwurz-Reis mit karamelisierten Berberitzen zu Klettenwurzel-Kürbisgemüse Oktober

Schwierigkeitsgrad: Normal

Zutaten Nelkenwurz-Reis mit Berberitzen:

- 250 g Basmatireis
- 500 ml Wasser
- 5 schöne, große Nelkenwurz-Wurzeln, gesäubert
- 2 Esslöffel Pflanzenöl zum Anbraten (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
- Salz
- 200 g Weintrauben (oder Birnen)
- 200 g frische oder getrocknete Berberitzen
- 1 Teelöffel Butter
- 1 Esslöffel Honig
- 1 Messerspitze Zimt

Zutaten Klettenwurzel-Kürbisgemüse:

400 g Klettenwurzeln
- 400 g Kürbis (Hokkaido, Muskatkürbis etc.)
- 1 Teelöffel Butter
- 2 Esslöffel Olivenöl
- 1 Schuss Balsamico-Essig
- Salz, Pfeffer
- Saft von ca. 2 Zitronen
- frische Wildkräuter von der Wiese (in diesem Rezept: frisches Hirtentäschelkraut, aber auch z. B. Wilder Pastinak, Wiesenkerbel, Schafgarbe etc., …)


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Ich habe ein neues Lieblingsgericht für diesen Herbst, das ich heuer schon einige Male erprobt habe – auch WorkshopteilnehmerInnen, Familienmitglieder und Freunde mussten bzw. durften es kochen und kosten – und ich hoffe, es hat ihnen auch so geschmeckt wie mir. Ausprobieren sollte man es auf jeden Fall einmal. Also: Kletten- und Nelkenwurzeln ausgraben, Berberitzen plücken, Kürbis ernten, und das Essen fast schon fertig:

Für den Reis wird das Öl in einem Topf erhitzt und der Reis im heißen Öl kurz unter Rühren angebraten, bis alle Reiskörner mit Öl ummantelt sind. Anschließend wird der Reis mit Wasser aufgegossen, mit Salz gewürzt und die sauberen Nelkenwurz-Wurzeln beigefügt. Nun lässt man den Reis zugedeckt für ca. 15 Minuten leicht köcheln. In der Zwischenzeit werden die Weintrauben in kleine Stücke geschnitten und, wenn der Reis fertig ist, in diesen eingerührt. Anschließend lässt man den Reis noch einige Minuten zugedeckt ziehen, sodass er noch fest, aber weich ist. In der Zwischenzeit werden Butter und etwas Pflanzenöl gemischt erhitzt, die Berberitzen kurz darin angebraten und mit Honig und Zimt vermischt. Die Mischung sollte nun für einige Minuten leicht vor sich hin köcheln, dann sind sie fertig. Die Berberitzen werden extra zum Reis serviert und nach Belieben über den Reis gestreut.

Kurz zur Echten Nelkenwurz: Die Wurzel des zarten, ausdauernden Pflänzchens, das wirklich überall anzutreffen ist, ist ein wunderbarer heimischer Gewürznelken-Ersatz, den unsere Vorfahren zu schätzen wussten. Es enthält einen hohen Gehalt an Eugenol – jenem Inhaltsstoff, aus dem Nelkenöl hauptsächlich besteht. Ich verwende kaum noch Gewürznelken, da ich den feineren, leicht erdigen Geschmack der Nelkenwurz vorziehe – mal ausprobieren!

Für das Gemüse werden zunächst die Klettenwurzeln unter fließendem Wasser mit der Bürste gesäubert, anschließend geschält und in etwa 4 cm lange, feine Stifte geschnitten, die man sofort in kaltes Zitronenwasser einlegt (ca. 2 Zitronen auf 3 l Wasser). In der Zwischenzeit schneidet man den Kürbis ebenfalls in Streifen. Verwendet man einen Hokkaido-Kürbis, so muss man ihn nicht schälen. In einer großen Pfanne oder im Wok erhitzt man Butter und Öl und brät die Klettenwurzelstifte darin für einige Minuten an. Nach etwa einer Minute kann man sie mit etwas Gemüsebrühe ablöschen. Nach ca. fünf Minuten fügt man die Kürbisstifte bei und brät sie gemeinsam mit den Klettenwurzeln für weitere fünf Minuten mit an. Zuletzt würzt man das Gericht mit frischen Kräutern (in unserem Fall frisches Hirtentäschelkraut) sowie Salz und Pfeffer und löscht es zuletzt mit einem Schuss Balsamico-Essig ab.


Pfirsich-Mahonienbeeren-Marmelade September

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

- 1 kg reife (Weingarten)pfirsiche
- 150 g Mahonienbeeren
- 550 g Gelierzucker 2:1
- 1/2 Teelöffel gemahlener Kardamom
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Die Gewöhnliche Mahonie kennen wir alle, meist ohne es zu wissen, aus unseren Gärten. Sie wurde in den letzten Jahrzehnten gerne und oft als Zierstrauch gepflanzt. Die Mahonien in meinem Garten hätte ich fast ausgegraben – hätte ich nicht gelesen, dass man ihre Beeren essen kann. Alle Pflanzenteile der mit der Berberitze verwandten Mahonie enthalten Alkaloide, in den vitamin-C-reichen Beeren ist der Alkaloid-Anteil allerdings gering, sodass man sie in Maßen verzehren kann. Roh sollte man nicht zu viele der Beeren essen, in Marmeladen, Fruchtsaucen und Sirupen verarbeitet sind sie allerdings eine gesunde, erfrischende Abwechslung. Die blauen Beeren, die intensiv blau-violett färben, sind saftig und recht säuerlich. Ideal passen kulinarische Kombinationen mit süßen Früchten – die kleinen Kerne sollte man nach dem Kochen entfernen.
Ich habe meine Mahonienbeeren mit süßen, reifen Weinbergpfirsichen und meinem Lieblingsgewürz Kardamom zu Marmelade verarbeitet. Die dunkelrote Köstlichkeit passt auch gut zu Fleisch und Wild. So wird's gemacht:

Die Pfirsiche in kleine Stücke schneiden und mit den Mahonienbeeren und dem Gelierzucker aufkochen – für ca. 10 Minuten kochen lassen. Anschließend die Marmelade mit dem Pürierstab pürieren und durch ein relativ feines Sieb streichen, damit die festen, kleinen Kerne der Mahonienbeeren ausgesiebt werden. Da der Brei fein und relativ flüssig ist, geht das ganz rasch. Zuletzt wird die nun feine Marmelade mit Kardamom gewürzt und noch einmal für zwei Minuten aufgekocht. In sterile, mit Alkohol ausgewaschene Gläser abfüllen und verschließen. Die Marmelade schmeckt süß, im Abgang dank der Mahonienbeeren recht säuerlich – probierenswert!


Scones mit Berberitzen-Wildbirnen-Marmelade August

Schwierigkeitsgrad: Normal

Zutaten Berberitzen-Wildbirnen-Marmelade:

- 500 g Berberitzenbeeren
- 500 g Wildbirnen (oder Birnen, auch Äpfel)
- 500 g Rohrzucker
- ½ Teelöffel Kardamom
- 1 Prise Zimt

Zutaten Scones:

- 300 g helles Dinkelmehl
- 1 Esslöffel Weinsteinbackpulver
- 30 g Rohrzucker
- 1/2 Teelöffel Salz
- 1 Messerspitze Vanillezucker
- 70 g kalte Butter
- 150 ml Milch

Zu den Scones mit Marmelade gibt es etwas halbfest geschlagenenes Obers, mit einem Löffel Creme Frage vermischt!
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Da wir heuer offenbar ein tolles Wildfrüchte-Jahr haben, gibt es sogar von den sonst oft nur spärlich vorhandenen kleinen Berberitzenbeeren jede Menge. Die überaus vitaminreichen, sauren, kleinen Früchte, die im Nahen Osten und dem Iran nahezu täglich auf dem Speiseplan stehen, sollten auch bei uns nicht übersehen werden. Das Pflücken ist zwar Dank der Dornen und der Größe (bzw. Kleinheit) der Beeren Schwerstarbeit, aber sie zahlt sich aus! Ich habe aus meinen ersten heuer gepflückten Berberitzen und ein paar gefundenen Wildbirnen Marmelade gemacht und muss sagen: Die Mühe hat sich gelohnt! Heute gibt es Scones dazu, ein englisches Teegebäck, das ich immer wieder gerne esse und das – im Gegensatz zur Berberitzenmarmelade – umso weniger Arbeit macht.

Für die Marmelade werden die gewaschenen Wildbirnen mit Schale in kleine Stücke geschnitten und gemeinsam mit dem Zucker und den Berberitzen in einem großen Topf vermischt. Diese Mischung lässt man für zwei Stunden ziehen. Anschließend wird sie gekocht, bis das Obst weich ist – das dauert ca. 10 Minuten. Kurz vor Ende der Kochzeit werden die Gewürze beigefügt. Das gekochte Fruchtmus wird nun durch die Flotte Lotte oder ein feines Sieb passiert, da die Berberitzenbeeren kleine, aber hartnäckige Kerne haben, die man mit dem Pürierstab nicht gut pürieren kann. Das kernlose Fruchtmus wird noch einmal kurz aufgekocht und und in sterile Gläser abgefüllt.

Scones, ein traditionelles Teegebäck aus England, werden normalerweise mit Marmelade (häufig Erdbeer) und “Clotted Cream” gegessen. Da wir hierzulande normalerweise keine Clotted Cream zur Verfügung haben, vermische ich gerne Creme Fraiche mit geschlagenem Obers zu einer etwas üppigen, aber köstlichen Mischung, die unsere Scones mit Marmelade herrlich abrundet :).

Für die Scones werden zunächst Mehl und Backpulver versiebt, anschließend Zucker, Vanillezucker, Salz sowie die in Flocken geschnittene Butter mit dem Mehl möglichst rasch fein verkrümelt. Zuletzt gießt man die Milch dazu und knetet schnell einen runden Teig, den man zugedeckt für ca. 30 Minuten im Kühlschrank rasten lässt. Anschließend walkt man den Teig ca. 2 cm dick aus und sticht etwa 4 cm große Kreise aus, die man im auf 200 Grad (Ober-/Unterhitze) vorgeheizten Backrohr auf mittlerer Schiene für etwa 15 Minuten goldbraun bäckt.

Scones schmecken am besten ganz frisch, vielleicht noch etwas lauwarm. Man schneidet sie in der Mitte durch und füllt sie nach Belieben mit Marmelade und der Obers-Mischung. Guten Appetit 🌿!

Tahin-Kekse mit Mädesüß August

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

- 130 g feiner Rohrzucker
- 110 g zimmerwarme Butter
- 270 g helles Mehl (Dinkel- oder Weizenmehl)
- 1 Teelöffel Vanillezucker
- 110 g helles Tahin
- 25 ml Schlagobers
- 1 Messerspitze Kardamom
- 1-2 Esslöffel fein gehackte Mädesüßblüten

Mädesüßzucker:

- 100 Rohrzucker
- 1-2 Teelöffel Mädesüß

Die beiden Zutaten im Mörser anmörsern und frisch oder getrocknet verwenden!

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Das Echte Mädesüß ist eine nicht zu übersehende, wunderschöne Pflanze, die man vor allem an Bach- und Teichufern, aber auch auf feuchten Wiesen findet. Trotzdem kennen viele von uns das schöne, aromatisch riechende Heilkraut nicht, das schon von unseren keltischen Vorfahren  kulinarisch verwendet wurde. Mit den stark duftenden Blüten lassen sich viele Speisen und Getränke aromatisieren – den Duft liebt man entweder oder man mag ihn gar nicht. Aber besten, man probiert es einmal aus. Zum Beispiel mit diesen Keksen, die einen zarten Mädesüßduft verströmen:

Zunächst werden die zimmerwarme Butter und der Zucker zwei Minuten lang mit dem Mixer gerührt, dann Vanille, Tahin, Schlagobers, Mädesüßblüten und Kardamom beigefügt. Zuletzt mischt man das Mehl dazu und knetet den Teig noch einmal kurz durch. Aus dem festen, aber weichen Teig formt man gut zwei Zentimeter große Kugeln, die man mit ca. 3 cm Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzt. Wenn man möchte, kann man mit einer Gabel sanft ein Rautenmuster aufdrücken (Gabel leicht aufdrücken und dann um 90 Grad versetzt erneut die Gabel aufdrücken). Anschließend werden die Kekse im auf 200 Grad vorgeheizten Backrohr für ca. 15 bis 17 Minuten gebacken. Nach dem Backen lässt man die Plätzchen am besten für einige Minuten auf dem Blech liegen, ehe man sie mit einer Kuchenschaufel abhebt. Die Kekse sind noch weich, wenn sie ganz heiß sind und werden innerhalb weniger Minuten beim Abkühlen fester und stabiler. Eventuell kann das feine Teegebäck vor dem Servieren noch mit Mädesüßzucker bestreut werden.

Das Echte Mädesüß ist eine großartige Heilpflanze – es enthält unter anderem Salizylsäure und kann als natürliches Aspirin verwendet werden. In der Volksheilkunde wird die Pflanze auch bei rheumatischen Beschwerden, Blasen- und Nierenleiden und Hautproblemen eingesetzt. Auch als Räucherpflanze hat das Mädesüß seinen Stellenwert, und unsere Vorfahren streuten wegen seines Duftes den Fußboden damit den aus. Nicht zuletzt lassen sich Stoffe und Wolle mit dem vielseitig einsetzbaren Kraut sehr gut färben.

Brennnesselsamen-Kaviar Juli

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten: 

- 2 Handvoll Brennnesselsamen
- 4 Esslöffel Olivenöl
- 2 Knoblauchzehen
- 1 große Tomate
- 1 Schuss schwarzer Balsamico-Essig
- 1 Prise Salz
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Brennnesselsamenzeit hat begonnen! Heuer ein bisschen früher als gewohnt können wir die Samen der weiblichen Brennnesseln ernten, und mit etwas Glück können wir das bis in den Oktober hinein. Frische Brennnesselsamen schmecken köstlich, egal ob in Saucen, Aufstrichen, Butter, Broten oder zum Beispiel in diesem "Kaviar". Getrocknet begleiten sie uns durch den ganzen Winter und sind eine wunderbare Quelle für Eisen, Kalium, Kalzium, Carotinoide, Chlorophyll und vieles mehr. So bereitet ihr den köstlichen Kaviar zu, der sich mit frischem Brot wunderbar als Antipasto eignet:

Zuerst müssen die frischen Brennnesselsamen von den Stielen abgerebelt werden. Anschließend röstet man sie gemeinsam mit dem gehackten Knoblauch in Olivenöl an, bis die Samen knusprig sind. Die Tomaten werden in kleine Stücke geschnitten und untergemischt. Zuletzt kommen eine Prise Salz und ein Schuss Balsamico-Essig dazu. Noch 1-2 Minuten weiterbraten, dann ist der günstige Ersatzkaviar fertig – guten Appetit!

Lavendel süß und pikant Juli

Schwierigkeitsgrad: Normal

Zutaten Lavendelratatouille:

- 1 Melanzani
- 1 Zucchini
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 1 roter Paprika
- 5 reife Tomaten
- Olivenöl
- gehackte Kräuter nach Geschmack, z. B.: Thymian, Dost, Majoran, Ysop, Rosmarin,
1 Blatt Salbei (wenn möglich frisch)
- 3 Teelöffel abgezupfte Lavendelblüten
 (wenn möglich frisch)
- Salz, Pfeffer
- 1 Prise Zucker

Zutaten Lavendelgelee:

- 100 g Lavendelblüten (kurz unterhalb der Blüte abgeschnitten) 
- 400 g Gelierzucker 3:1
- Saft von einer Zitrone
- 1100 ml Wasser
- 70 ml Lavendelsirup, wenn vorhanden (siehe Rezept Juni 2015)


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Noch ist Lavendelzeit, und man sollte das wunderbar aromatische Kraut nicht nur in Form von Aromaölen, zum Räuchern oder in Duftkissen und Säckchen zur Mottenabwehr nützen, sondern auch in der Küche. Nichts ist leichter als das, weil die in der Pflanze reichlich vorhandenen ätherischen Öle Speisen und Getränke intensiv aromatisieren. Diese zwei einfachen Rezepte sind heuer meine Favoriten, ihr könnt sie ganz einfach nachkochen:

Ratatouille kennen wir alle, und die Beigabe von blühendem Lavendel ist eigentlich keine große Sache. Aber es ist bei uns vielleicht noch nicht so gebräuchlich wie etwa in Frankreich (wo es auch naheliegend ist), ein Ratatouille mit Lavendelblüten zu würzen. Da ich schon öfter davon gelesen habe, musste es probiert werden, und siehe da: Es schmeckt ausgezeichnet. Wichtig ist nur, dass man nicht zu viel vom Lavendel erwischt, dann ist es eine wahre Gaumenfreude. Hier das Rezept:

Melanzani und Zucchini in ca. 1 cm große Würfel schneiden, diese in eine Schüssel geben, salzen und eine Weile ziehen lassen. In der Zwischenzeit werden die Zwiebeln und der Knoblauch grob gehackt, die rote Paprika ebenfalls in ca. 1 cm große Stücke geschnitten und die Tomaten für eine Minute in kochendem Wasser blanchiert, abgezogen und in größere Stücke zerteilt. Danach trocknet man die Zucchini- und Melanzanistücke, die mittlerweile Wasser gelassen haben, mit einer Küchenrolle ab. In einem heißen Topf brät man die Zwiebeln kurz in Olivenöl an, fügt Knoblauch, Melanzani, Zucchini und Paprika bei, und röstet die Mischung für zwei bis drei Minuten an. Nun fügt man die Tomatenstücke, die Kräuter und zwei Teelöffel Lavendelblüten bei, ebenso die Prise Zucker, etwas Salz und Pfeffer. Das Ratatouille darf nun auf kleiner Flamme ca. 25 Minuten zugedeckt kochen. Ab und zu einmal umrühren und nachsehen, ob es nicht anbrennt. Eventuell kann man es mit etwas Wasser aufgießen. Wenn Melanzani und Zucchini weich sind und das Ratatouille eine cremige Konsistenz hat, ist es fertig. Es passt großartig z. B. zu Penne, gebratenen Kartoffeln oder auch Fleisch- und Fischgerichten. Vor dem Servieren bestreut man es mit dem übriggebliebenen Löffel Lavendelblüten – ein wahrlich duftendes Gericht.

Lavendelgelee: Die Lavendelblüten von den Stängeln streifen und für 15 Minuten im Wasser kochen, danach ganz abkühlen lassen. Anschließend seiht man die Flüssigkeit ab und presst die Lavendelblüten durch ein Sieb in den entstandenen Saft. In kalten Zustand rührt man den Gelierzucker ein und fügt den Zitronensaft durch ein feines Sieb bei. Hat man Lavendelsirup zur Hand, verfeinert man die Mischung damit, wenn nicht, kann man sie auch mit etwas Wasser aufgießen. Nun kocht man die Mischung auf und lässt sie 5 Minuten einkochen. Mit einer Gelierprobe kann man feststellen, ob das Gelee auch wirklich geliert – wenn nicht, fügt man noch etwas Zucker bei und kocht die Flüssigkeit nochmal auf. Anschließend sofort in saubere Gläser abfüllen. 

Wildkirsche-Steinklee-Marmelade Juni

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

- 1 kg Wildkirschen (oder andere Kirschen)
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 2 Esslöffel Kirschwasser oder Wodka
- 3-4 Esslöffel Steinklee (ca. 24 Stunden angetrocknet)
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Die duftenden Blüten des Steinklees eignen sich bestens zum Aromatisieren von Speisen und Getränken. Unter anderem verleiht der Steinklee Marmeladen das gewisse Etwas. Vor allem pikante Früchte wie Kirschen, Marillen oder Johannisbeeren passen gut zum süßen Duft dieser Pflanze.

Als erstes müssen die Kirschen entkernt werden, was angesichts der Tatsache, dass sie gerne wurmig sind, ein etwas langwieriges Unterfangen sein kann. Die einzelnen Steinkleeblüten werden von den Rispen gestreift – das geht ganz rasch. Die entsteinten Kirschen werden mit dem Gelierzucker vermischt und die Mischung anschließend 5 bis 10 Minuten lang eingekocht. Kurz vor dem Ende der Kochzeit fügt man Wodka oder Kirschwasser und die Steinkleeblüten bei. Je nach Geschmack kann man etwas mehr oder weniger Blüten nehmen. Zuletzt püriert man die Marmelade und füllt sie in saubere, verschließbare Gläser.

Der Echte Steinklee, der jetzt im Juni häufig an sonnigen Wegrändern wunderschön gelb blüht, enthält neben Flavonoiden, Gerbstoffen, Schleimstoffen und Calcium unter anderem Cumarin. Das Cumarin ist für den intensiven Duft der Pflanze verantwortlich, der sich aber erst nach einer Zeit des Anwelkens so richtig entfaltet. Man sollte Steinklee mindestens 24 Stunden anwelken lassen, gerne aber auch etwas länger. Zum Aromatisieren von Speisen verwendet man ausschließlich die Blüten. In der Volksheilkunde wird die Pflanze verwendet, um Wundheilungsprozesse und die Lymphtätigkeit anzuregen. Auch äußerliche Umschläge bei Prellungen oder Blutergüssen sind einen Versuch wert. Wenn man blutverdünnende Mittel einnimmt, sollte man die Pflanze nicht zu sich nehmen!