Die Wildkräuter- und Wildpflanzenküche verbindet den Genuss besonderer Aromen mit gesunden Inhaltsstoffen, die wir in dieser Form nur in der Natur finden. Je nach Jahreszeit kommen die unterschiedlichsten Pflanzen und Pflanzenteil auf den Tisch – von der Knospe bis zur Wurzel. Sie versorgen unseren Organismus gleichzeitig mit wichtigen Pflanzeninhaltsstoffen.

Ob Klettenwurzeln aus dem Wok, Grüne Brote oder Süßes mit Mädesüß, Gundelrebe oder Dost  ... die Liste der Köstlichkeiten aus Wildpflanzen kann man endlos fortsetzen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wir werden uns im Laufe des Jahres gemeinsam durch diese feinen Dinge kosten - ich liefere dafür die Rezepte!

Guten Appetit und viel Spaß beim Kochen! Alle Rezepte nach Jahreszeit

Neueste Rezepte

Süß-saure Haselkätzchen auf Ziegenfrischkäse Februar

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

- 1-2 Handvoll frische, noch geschlossene Haselkätzchen, auch gemischt mit frischen Haselknospen
- 500 ml naturtrüber Apfelsaft
- 5 Esslöffel Apfelessig
- 1-2 Esslöffel Honig
- 2 Pimentkörner
- 2 Wacholderbeeren
- 5 Pfefferkörner
- 1 Msp. Johannisbrotkernmehl
- 300 g Ziegenfrischkäse (auch Schaffrischkäse, vegan: gebratener Tofu)



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Recht viel Frisches Grün gibt es derzeit noch nicht unter der dicken Schneedecke. Die immergrünen Pflanzen sind großteils schneebedeckt, auch essbare Blüten sehen wir noch nicht allzu viele. Wir können die Knospen von Bäumen und Sträuchern nützen, aber auch die Kätzchen unterschiedlicher Baumarten sollten wir nicht außer Acht lassen. Besonders fein schmecken Haselkätzchen! Sie versorgen uns, ebenso wie Knospen, mit vielen wichtigen Pflanzeninhaltsstoffen, die nur frische, junge Pflanzenteile beinhalten. Deshalb: Kätzchen pflücken! Das geht im Übrigen auch schneller als Knospen sammeln. Hier ein einfaches Rezept, das ein originelle geschmackliche Abwechslung ist – schmeckt im Übrigen hervorragend!

Der Apfelsaft wird mit Essig, Honig und Gewürzen vermischt und gemeinsam mit den Haselkätzchen aufgekocht. Die Mischung lässt man mit geschlossenem Deckel für ca. 15 Minuten leicht köcheln. Nach etwa 10 Minuten sollte man die Haselkätzchen kosten – wenn sie bissfest bis weich sind, sind sie fertig. Zuletzt nimmt man die Mischung vom Herd, lässt sie auf lauwarme Temperatur abkühlen, und rührt das Johannisbrotkernmehl mit dem Schneebesen ein. Nun richtet man den Ziegen- oder Schaf-Frischkäse in dickeren Scheiben auf Tellern an. Auch gebratener Tofu passt gut! Zuletzt leert man die Kätzchen-Mischung über den Käse und dekoriert mit frischen Kätzchen oder Knospen.

Pappelknospen-Schokolade Jänner

Schwierigkeitsgrad: Normal

Zutaten:

80 g Kakaobutter
80 g Kakaopulver (z. B. Bensdorp)
60 g Rohrzucker
1 Teelöffel Vanillezucker mit echter Vanille
8 größere Knospen von Schwarzpappel, Zitterpappel oder Graupappel

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Seit der Antike sind die Knospen der Schwarzpappel ein wichtiges und anerkanntes Heilmittel. Salbe aus Schwarzpappelknospen ist seit Jahrhunderten bekannt, darüber hinaus sind viele weitere naturheilkundliche Rezepte überliefert. Auch die aktuell immer mehr an Bedeutung gewinnende Gemmotherapie kennt die Schwarzpappelknospe als wichtiges Mittel bei zahlreichen Beschwerden.

Die meisten von uns wissen nicht, dass Pappelknospen – in diesem Fall nicht nur die der Schwarzpappel – intensiv harzig schmecken und, gering dosiert, Speisen und Getränken das gewisse Etwas verleihen können. Richtig verarbeitet versorgen sie uns in der Nahrung noch dazu mit hochwirksamen Pflanzeninhaltsstoffen.

Was könnte es Schöneres geben, als sich diese gesunde Delikatesse in Form von selbstgemachter Schokolade zuzuführen? Schokolade selbst herstellen ist eine ganz einfache Sache und schmeckt sehr intensiv und “ehrlich”, wenn man hochwertige Zutaten verwendet. Da ich kein Fan allzu süßer Süßigkeiten bin, ist sehr kakaohaltige Bitterschokolade das einzig Wahre für mich. Sie passt geschmacklich bestens zu den harzigen, leicht bitteren Pappelknospen. Hier geht’s zum, wie meistens einfachen, Rezept:

Als erstes müsst ihr Pappelknospen sammeln gehen ... die beste Zeit dafür ist von Ende Jänner bis März. Ganz wichtig dabei ist es, einem Zweig nur wenige Knospen zu nehmen und die meisten am Baum zu lassen. Nur so kann sich die Pappel gesund weiterentwickeln.
Die frisch gesammelten Pappelknospen (Schwarzpappel, aber auch Zitterpappel und Silberpappel schmecken ähnlich) werden sehr fein gehackt und zur Seite gestellt – sie sind etwas klebrig. Die Kakaobutter wird bei geringer Hitze im Wasserbad geschmolzen, anschließend der Rohrzucker unter ständigem Rühren in der gelösten Kakaobutter aufgelöst, bis er keine Kristalle mehr aufweist. Das kann etwas dauern, und es empfiehlt sich, die Temperatur langsam zu erhöhen, da sich der Zucker sonst nicht in der Kakaobutter löst. Hat man eine homogene, flüssige Creme angerührt, nimmt man diese vom Herd, gießt rasch Kakao und Vanillezucker dazu und rührt beides in die Masse ein. Zuletzt werden etwa zwei Drittel der gehackten Pappelknospen untergerührt und die Masse, die sehr schnell fest wird, auf ein schon vorher mit Packpapier ausgelegtes Backblech gegossen. Man streicht die Schokolade an der Oberfläche mit einem Messer glatt und bestreut sie mit dem Rest der gehackten Knospen. Nun wird die Schokolade für etwa zwei Stunden kühl gestellt und anschließend geschnitten oder in Stücke gebrochen – eine wahre Köstlichkeit!


Fichtensirup Jänner

Schwierigkeitsgrad: Simpel

Zutaten:

- 1 größerer, frischer Fichtenzweig
- 350 g Rohrzucker
- 3 Biozitronen
- 1 Messerspitze gemahlener Kardamom
- 1 l Wasser



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Fichte schmeckt unglaublich köstlich, besser als Tanne und Kiefer, wie mir aufgefallen ist. Da Fichtennadeln eine große Menge ätherischer Öle enthalten – und zwar das ganze Jahr über – können wir diesen heimischen Nadelbaum immer kulinarisch nützen. Selbstverständlich sollte man jede Fichte nur eines kleinen Zweiges berauben, aber Fichten gibt es ja bei uns nun genug. Vom Geschmack her eignet sich die Fichte klarer Weise gut für winterliche Rezepte. Der Waldgeschmack erinnert einfach an Kälte und Weihnachten. Deshalb: Jetzt im Winter Fichtensirup für unterschiedlichste Rezepte produzieren:

Alle Fichtennadeln, wenn möglich mit Stielansatz, der die meisten ätherischen Öle enthält, vom Fichtenzweig abzupfen. Insgesamt benötigt man zwei bis drei Tassen (je 0,2 l). Nun die Fichtennadeln mit dem Wasser übergießen und zugedeckt (wichtig!) für ca. 30 Minuten leicht kochen lassen. Anschließend für ca. 12 Stunden zugedeckt stehen lassen. Danach seiht man das Fichtenwasser durch ein feines Sieb in einen anderen Topf und kocht es mit Zucker, Kardamom und dem Saft der Zitronen für ca. 5 Minuten auf. Zuletzt in sterile Flaschen füllen und kühl und dunkel lagern.

Betrunkene Fichte Jänner

Schwierigkeitsgrad: Normal – man braucht etwas Geduld

Zutaten Kardamom-Kuchen:

- 2 mittelgroße Äpfel
- 110 g Zucker
- 160 g weiche Butter
- 220 g Dinkel-Kuchenmehl
- 3 Eier (Größe M)
- 100 ml Milc
- ½ Teelöffel Natron
- 1 gehäufter Teelöffel Weinsteinbackpulver
- ½ Teelöffel Zimt
- 1 gestrichener Teelöffel Kardamom
- 1 Prise Salz

Zutaten Dörrzwetschken-Mus:

- 300 g Dörrzwetschken
- 2 Esslöffel Wodka oder Gin
- 4-5 Esslöffel Wasser

Zutaten Fichten-Sauce: (4 Personen)

- 250 ml Fichtensirup
- 4 Esslöffel Gelierzucker 2:1


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Da ich in diesem Winter die Fichte für mich als eines meiner Hauptnahrungsmittel entdeckt habe, gibt es ein weiteres, für heuer letztes Fichtenrezept 🌲. Ich liebe dieses Dessert – man kann sich damit übrigens hervorragend bei seinen Gästen beliebt machen 😊!

Zunächst schält und viertel man die Äpfel, befreit sie vom Kerngehäuse und reibt sie grob. Anschließend vermengt man sie mit dem Zimt. Mehl, Backpulver, Natron und Kardamom werden gut vermengt, am besten durch ein mittelfeines Sieb gesiebt. Anschließend rührt man Butter und Zucker mit der Prise Salz mit dem Mixer schaumig und gibt nach und nach die drei Eier dazu. In diese Mischung rührt man, abwechselnd mit der Milch, die Mehlmischung. Zuletzt hebt man die geraspelten Äpfel mit dem Schneebesen unter. Die Teigmasse wird nun bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze) in einer großen, flachen Form (ca. 20 x 30 cm) für 15 Minuten gebacken, bis sie an der Oberfläche leicht angebräunt ist. Anschließend lässt man den Kuchen auskühlen.

Für das Dörrzwetschken-Mus erwärmt man die grob gehackten Dörrzwetschken mit Wodka oder Gin und Wasser für einige Minuten bis kurz untern den Siedepunkt und püriert die Masse dann fein mit dem Pürierstab. Anschließend streicht man sie gleichmäßig auf den ausgekühlten Kuchen.

Für die Fichtensauce erwärmt man Fichtensirup (siehe mein letztes Rezept im Jänner 2018) gemeinsam mit Gelierzucker und lässt die Mischung für zwei bis drei Minuten aufkochen. Anschließend sticht man aus dem Kuchen mit kleinen Portionsförmchen (ca. 7 cm) runde Törtchen aus und übergießt sie kurz vor dem Servieren mit lauwarmer Fichtensauce.

Eichelmehl-Blinis süß oder pikant Dezember

Schwierigkeitsgrad:Normal

Zutaten:
- 80 g Eichelmehl
- 140 g helles, feines Dinkelmehl
- 310 ml Milch
- 3 Eier getrennt
- 22 g frische Germ
- 20 g Zucker
- 35 g Butter
- 1 Messerspitze Salz
- geriebene Schale einer halben Zitrone
- Öl oder Butter zum herausbacken
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Für die Blinis wird zunächst die frische Germ in eine Schüssel gebröselt und mit etwa ⅛ l der Milch (vorher leicht angewärmt), verrührt und zum “Gehen” beiseite gestellt. Anschließend werden die Eier getrennt und aus den Eiklaren, dem Zucker und dem Salz steifer Schnee geschlagen und ebenfalls beiseite gestellt. Danach erwärmt man die restliche Milch gemeinsam mit der Butter, bis diese geschmolzen ist, vermischt die beiden Mehle mit dem “Dampfl”, der inzwischen eingegangenen Germ, und rührt die Milch-Buttermischung mit dem Handmixer unter die Mehl-Germ-Mischung. Dann werden die Eidotter und die Zitronenschale untergerührt und zuletzt der Schnee vorsichtig mit dem Schneebesen untergehoben. Der fertige Teig muss nun an einem warmen Ort mindestens 20 Minuten “gehen”. Wenn der Teig aufgegangen ist, bäckt man in einer großen Pfanne immer gleichzeitig mehrere Mini-Pfannkuchen mit ca. 8 cm Durchmesser und lässt sie anschließend auf Küchenrolle abtropfen.

Blinis mit Eichelmehl schmecken wirklich, wirklich gut! Man auch etwas mehr Eichelmehl und weniger Dinkelmehl verwenden, alles ist Geschmacksache. Meist fügt man Speisen etwa ein Drittel Eichelmehl bei. Mit etwas mehr Zucker im Teig oder Honig oben drauf sind die Blinis eine herrliche Süßspeise. Mit wenig Zucker und eventuell ein paar Kräutern drinnen sind sie ein pikanter Hauptgang oder eine feine Beilage zu Gemüse-, Fleisch- oder Fischgerichten.

Ich wünsche viel Spaß beim Kochen – das Eichelmehl ist ja sicher schon fertig :)!

Der weite Weg zum Eichelmehl Dezember

Eicheln sind die perfekte Notnahrung für den Winter! Hätten wir nichts mehr zu essen, mit Eicheln, die viel Stärke, Fettes Öl, Zucker, Proteine, verschiedene B-Vitamine und Kieselsäure enthalten, könnten wir in Kombination mit anderen Wildfrüchten und Pflanzen überleben. Die Eicheln aller bei uns wachsenden Eichenarten enthalten allerdings auch viele Gerbstoffe und sind für den Rohgenuss nicht geeignet. Nicht zuletzt deshalb verzichtet man meist darauf, sie kulinarisch zu verwenden. Schade! Eichelmehl schmeckt köstlich und gibt jeder Art von Gebäck eine eigene, etwas herbe Note. Verwendet man Eichelmehl zum Kochen und Backen, so sollte man maximal 40 % der Mehlmenge durch Eichelmehl ersetzen. Der Rest kann Mehl aus Dinkel-, Weizen- oder einer anderen Getreideart sein.

Für diesmal habe ich mir vorgenommen, den langen Weg von der Eichel zum Eichelmehl genau zu dokumentieren – ist man ein bisschen geübt, geht es immer rascher. Und man kann einen Krimi im Fernsehen auch neben Eichelschälen anschauen :) – dann fällt es gar nicht unter “Arbeit”. Los geht’s:

Zunächst müssen wir uns in den Wald aufmachen und Eicheln sammeln. Das macht man idealerweise im Herbst, aber auch im späten Winter kann man noch viele Eicheln finden, wenn dann auch nicht mehr alle Eicheln verwendbar sind. Dies merkt man aber sofort an Wurmlöchern und am Aussehen der Frucht. Im späten Winter sind viele der Gerbstoffe bereits abgebaut, und man die Eicheln leichter verarbeiten. Je nach Witterung im Frühjahr und Sommer sind die Schalen der Eicheln mal dünner, mal fester. Und auch der Geschmack der Früchte ist davon abhängig.
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Die gesammelten Eicheln werden zunächst 15 Minuten lang bei 200 Grad im Backrohr geröstet, sollten aber nicht braun oder schwarz werden. Während dieses Vorgangs springen die Schalen der Früchte auf, was das Schälen erleichtert. Danach befreit man sie von der äußeren und inneren Schale...
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... und wässert sie mindestens 24 Stunden lang – besser: 48 Stunden oder noch länger. Dazu gibt man die Eicheln in einen großen Topf mit viel Wasser, das man alle paar Stunden auswechselt. Das Wasser wird immer wieder trüb oder nimmt eine gelbliche Färbung an. Wenn es klar ist, sind die meisten Gerbstoffe ausgeschwemmt, die Eicheln sind bereit zur weiteren Verarbeitung.
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Die nun mit Wasser vollgesogenen, weichen Eicheln werden anschließend am besten mit einer Gemüse- oder Nussreibe grob gerieben, was sehr rasch erledigt ist. Zur Not kann man die Eicheln auch in kleine Stücke schneiden, was aber die weitere Verarbeitung erschwert.
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Anschließend trocknet man die geriebenen Eicheln, locker auf einem Backblech aufgestreut, für ca. 5 Stunden bei  40 bis 50 Grad im Backrohr. In die Backofentür steckt man einen Kochlöffel, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Das Trocknen im Backrohr oder einem Dörrgerät ist dem Trocknen in einem Raum vorzuziehen – die Eicheln sind durch das Schwemmen sehr feucht und beginnen rasch zu schimmeln. Da ist es besser, sich die bisherige Mühe nicht kaputt machen zu lassen und sie rascher im Backrohr zu trocknen.



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Das getrocknete Eichel-Schrot lässt sich über den ganzen Winter gut aufbewahren, ohne dass es zu schimmeln beginnt. Am besten lagert man es in einer verschlossenen Dose.



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Immer, wenn man frisches Mehl braucht, mahlt man den entsprechenden Teil davon. Diesmal verwendet man eine feine Nussreibe.
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Zuletzt püriert man das nun grobe Mehl noch mit dem Pürierstab – dann ist das Mehl perfekt. Auch eine Kaffeemühle eignet sich für das feine Reiben zu Mehl.



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Ja, und dann bäckt man zum Beispiel so etwas Feines wie Eichelmehl-Blinis – die wahrlich köstlich schmecken!



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Fichtennadel-Sahne-Karamell-Bonbons November

Schwierigkeitsgrad:
verlangt etwas Fingerspitzengefühl

Zutaten:

- 1 grüner Fichten- oder Tannenzweig, ca. 40 cm lang
- 250 ml Schlagobers
- 250 ml Wasser
- 250 g Kristallzucker (auch andere Zuckerarten, aber die Konsistenz ist mit Kristallzucker am besten)
- 1 Bio-Orange

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Wenn man erkältet ist, darf man Süßes essen – wenn es Gesundes verpackt. Bei diesen Bonbons stellt sich die Frage, ob sie vor allem gut sind oder gesund? Am besten testen!

Zunächst zupft man die Fichtennadeln einzeln und mit dem Stielansatz, der viel ätherisches Öl enthält, vom Zweig, bis man in etwas 8 bis 10 Esslöffel Fichtennadeln beisammen hat. Hierbei ist es schön, wenn man Gesellschaft hat … das dauert nämlich ein bisschen. Die Bio-Orange schält man fein zur Gänze ab.
Anschließend kocht man die Fichtennadeln samt Orangenschalen zugedeckt mit den 250 ml Wasser für ca. eine Viertelstunde auf kleiner Flamme, schaltet dann den Herd aus und lässt den Sud weiterhin zugedeckt noch für eine halbe bis eine Stunde ziehen.
Danach seiht man die Flüssigkeit in einen größeren Topf, kocht ihn gemeinsam mit Schlagobers under Zucker auf und kocht die Mischung, die langsam immer dickflüssiger und zäher wird, für etwa 30 bis 45 Minuten ein. Wenn man meint, das entstandene Sahne-Karamell könnte nach dem Abkühlen schon fest sein, tropft man eine Probe auf Backpapier. Man sieht dann schnell, ob die Masse fest wird.
Wichtig ist es, zwischendurch immer wieder zu rühren, damit das Karamell nicht anbrennt und nicht dunkel wird. Es muss hellbraun bleiben und sahnig schmecken. Ist die Masse fertig, gießt man sie rasch in kleine Eiswürfelformen oder streicht sie auf Backpapier und lässt sie erstarren. Das Karamell lässt sich im erkalteten Zustand leicht schneiden oder brechen.

Ich muss gestehen, meiner erster Versuch, diese Bonbons herzustellen, ist kläglich gescheitert! Erst der zweite ist gelungen. Man muss ein bisschen Fingerspitzengefühl für die Konsistenz der Sahne-Karamell-Masse bekommen – der Erfolg lohnt sich allerdings, und in Wahrheit ist es kinderleicht :)!

Fichten- oder Tannennadel-Bonbons schmecken fein und stärken die oberen Atemwege. Auch bei einer Verkühlung ist es kein Fehler, sich eines der köstlichen Bonbons zu Gemüte zu führen.

Räucherstäbchen selbst gemacht November

Zutaten für ca. 20 Räucherstäbchen:

- ca. 15 Esslöffel getrocknetes, Räucherwerk, am besten mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen, in unserer Mischung: Thymian, Beifuß, Ysop, Salbei, Rosenblätter
- ca. 5 Esslöffel fein gemörserte Harze, in unserem Rezept: Weihrauch und Myrrhe (ca. ⅓ des Räucherwerks sollte aus Harzen bestehen).
- 3 Tabletten Räucherkohle
- 200 ml Wasser
- 2 gehäufte Esslöffel Weizenmehl
- 1 Esslöffel Zucker
- 1 gehäufter Teelöffel Gummi arabicum (erhält man in jeder Drogerie)
- 5 Teelöffel lauwarmes Wasser
- Holzstäbchen, Schaschlikspieße etc.


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Zur Abwechslung gibt es nichts zu essen – stattdessen, passend zur Jahreszeit, selbstgemachte Räucherwerk! Räucherstäbchen und -kegel selbst herstellen ist eine ganz einfache Sache und eine schöne Abwechslung für die kalte Jahreszeit. Ein bisschen Zeit sollte man sich aber schon nehmen – und wer sich nicht gerne die Hände schmutzig macht, sollte die Finger davon lassen. Allen anderen, die gerne Räuchern, lege ich es aber sehr ans Herz, solche Räucherwaren einmal selbst zu machen. Besonders Spaß macht es im Übrigen in Gesellschaft.

Als erstes wird das Gummi arabicum im lauwarmen Wasser angesetzt und für einige Stunden quellen gelassen (mindestens zwei Stunden, aber auch länger). Direkt vor der Zubereitung der Stäbchen werden Weizenmehl, Zucker und Wasser unter Rühren für wenige Minuten aufgekocht, dann vom Herd genommen und ebenfalls quellen gelassen, bis die Mischung abgekühlt ist.

In der Zwischenzeit wird das Räucherwerk so fein wie möglich gemörsert bzw. gemahlen. Dafür müssen die Kräuter wirklich vollkommen trocken sein. Es empfiehlt sich, das gemahlene Räucherwerk zwischendurch immer wieder durch ein mittelfeines Metallsieb in eine große Schüssel zu sieben, damit alle holzigen Teile zum weiteren Mörsern oder Aussortieren im Sieb zurückbleiben. Getrocknete Kräuter und Gewürze können auch in einer Gewürz- oder in einer Kaffeemühle fein gemahlen werden. Die Harze sollten immer im Mörser gemörsert werden, da sie andere Küchengeräte verkleben. Auch die Kohletabletten werden im Mörser zerrieben.

Schließlich vermischt man das gemahlene Räucherwerk (Kräuter und Harze) und die geriebene Kohle in einer großen Schüssel und gibt löffelweise die gequollene Mehl-Zucker-Mischung und das Gummi arabicum dazu. Es muss eine sehr feste, dicke Masse entstehen, die nur wenig feucht ist. Deshalb sollte man die Flüssigkeiten nur langsam und portionsweise zugeben. Hat die Masse eine sehr feste, aber gut klebrige Konsistenz, teilt man sie in ca. 3 cm große Teile, die man zu Kugeln rollt. Langsam verarbeitet man die Kugeln zu länglichen Stäbchen, in deren Mitte man jeweils einen Holzspieß setzt. Anschließend knetet man die Masse um den Holzspieß herum – ein Teil der Knetmasse soll über den Holzspieß hinausstehen. Das Formen der Stäbchen braucht zu Anfang auf jeden Fall einige Minuten pro Stäbchen – nicht die Geduld verlieren! Je dünner das Stäbchen wird, desto besser brennt es. Hat man etwas weniger Geduld, kann man auch Räucherkegel formen, die auf jeden Fall rascher fertiggestellt sind und ebenso gut brennen.

Die fertigen Räucherstäbchen trocknet man für etwa 2 Stunden auf einem mit Backpapier ausgelegten im Backrohr bei 50 Grad. Anschließend muss man sie noch einige Tage nachtrocknen lassen, damit auch wirklich ganz ausgehärtet sind, ehe man sie anzündet.

Auf diese Art selbst gemachte Räucherstäbchen brennen nicht immer ganz so perfekt wie gekaufte –  es kann sein, dass man sie ab und zu zwischendurch wieder anzünden muss. Der Duft des selbst zusammengestellten Räucherwerks ist allerdings herrlich – und man weiß ganz genau, was in den Stäbchen drinnen ist. Dank der pulverisierten Räucherkohle enthalten die Stäbchen bzw. Kegel auch Salpeter, der das Abbrennen erleichtert.

Viel Spaß beim Herstellen selbst gemachten Räucherwerks – vielleicht auch als Weihnachtsgeschenk?